Thomas Godoj

Richtung G-Tour 2010 - Support: B-Ebene

03.05.2010 FZW / Freizeitzentrum West / Dortmund

Von: Julia Kunz

Thomas Godoj Dortmund

Ich suche den Zettel mit Notizen... ganz ohne würde ich wahrscheinlich vor lauter Begeisterung die Hälfte vergessen. Aber ich will ja nicht vorgreifen, also zurück auf Anfang: die Menge im fast ausverkauften Freizeitzentrum West in Dortmund wartet gespannt auf den einstigen Superstar Thomas Godoj.

Doch zuerst lädt die Vorband B-Ebene mit Titeln wie "Wie geil ist das denn" und "Kannst Du mich mal" zum Chillen und Grooven ein. Das Publikum bewegt sich mit der Musik, die Arme gehen nach oben. Eine gewisse Leichtigkeit des Seins macht sich breit. Nach diesem Auftakt ist die Menge totally entspannt und bereit für das, was ihr Thomas und seine Band die nächsten knapp zwei Stunden abverlangt.

Nach einer kurzen Umbaupause ist es endlich soweit. Thomas Godoj und Band kommen auf die Bühne und lassen es so richtig krachen. Wer auf Titel seines 2008 erschienenen Debütalbums wie "Love Is You" hofft, ist hier fehl am Platz. Man spürt den Richtungswechsel und dieser wird mit Zeilen wie "Und wir treiben Richtung Ewigkeit aus den Schatten der Vergangenheit. Was am Ende davon bleibt ist Schnee von gestern" noch bestärkt. Thomas rockt die Bühne und das hauptsächlich auf deutsch. Mit "Autopilot" wird gestartet. Nach dem dritten Lied wundere ich mich noch über die Auswahl der Songs, denn bis dahin war noch kein Stück seines aktuellen Albums "Richtung G" dabei. Das ändert sich jedoch schlagartig und dann kann auch ich nicht mehr anders... die Welle reißt mich mit.

Sei es in deutsch, englisch oder polnisch – Thomas kommt ganz und gar authentisch rüber. Man merkt ihm an, dass er sich auf der Bühne wohlfühlt und dort hingehört. Der Erfolg wird zu einem großen Teil auch von seiner Band mitgetragen. Seit fast zwei Jahren tourt er mit derselben Formation, bestehend aus den Gitarristen Sebastian Netz und René Lipps, Bassist Bonny Assan, Keyboarder Daniel Geist und Torsten Bugiel am Schlagzeug. Unter den Musikern scheint es ein blindes Verständnis zu geben. Wenn das Publikum den Refrain eines Songs nach dessen Ende lauthals grölt, steigt die Band mit ein und Thomas fängt erneut an zu singen. Zwischendurch gibt es mit Stücken wie "Uhr ohne Stunden" oder "Cocoon" auch mal eine Verschnaufpause. Absolutes Gänsehautfeeling kommt bei der ersten Zugabe "Walking With You" auf. "Winterkinder", welches das harte Thema Kindesmissbrauch in Worte fasst, treibt den Besuchern einen kalten Schauer über den Rücken. Schweigend verharrt die Menge, die bei allen anderen Stücken so lebhaft mitgeht.

Mit "Starschnitt" besingt Thomas dann die Tatsache, dass er seinen Erfolg immer noch nicht so ganz fassen kann und das sieht man ihm auch manchmal an, wenn das Publikum ihn feiert und er mal wieder kopfschüttelnd auf der Bühne steht. Thomas ist nicht der Typ, der seine Vergangenheit leugnet – er hat nun mal den Weg über DSDS genommen, im Gegensatz zu anderen Superstars ist er jedoch keine Eintagsfliege, sondern geht seinen eigenen Weg und der geht eindeutig Richtung G!

Am Ende stellt sich ein Wohlgefühl ein, an einem durch und durch gelungenen Abend. Um das mit Zeilen aus "Stückchen Ewigkeit" zu beschreiben: "Wenn Du dann müde ins Bett fällst, das Lächeln nicht loswirst, den Augenblick festhälst und einschließt in Dir, kann Dir niemand mehr nehmen, was Dich grad berührt hat und das ist mehr als nur mal eben". Besser hätte man es nicht ausdrücken können! Thomas, bleib so wie du bist und das hoffentlich noch sehr lange!

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