Tour 2010 - Support: The Answering Machine
Aller guten Dinge sind drei. Nachdem zwei Konzerte von Tokyo Police Club in diesem Jahr bereits abgesagt wurden, dürfen wir die sympathischen Kanadier heute nun endlich im Hamburger Übel & Gefährlich begrüßen. Sehnsüchtig hat man dem Auftritt bereits entgegen gefiebert, haben sich die Herren doch das letzte Mal im Februar 2007 hier blicken lassen. Die Vorfreude wird dabei noch mit der Bestätigung von The Answering Machine als Vorband auf ein Unermessliches gesteigert. Zu schade, dass sich zu dem Auftritt der Briten noch nicht viele Zuschauer eingefunden haben und diese auch eher unbeeindruckt vom wilden Treiben auf der Bühne zu sein scheinen.
Zugegeben, ein bisschen das Außergewöhnliche fehlt dem jungen Quintett aus Manchester. Aber auch wenn es derartige Indiebands gerade in England zuhauf gibt, ihre Songs finden direkt den Weg in die Gehörgänge und fordern mindestens zum Mitwippen auf. Neben Songs wie "Another City, Another Sorry" und "Oh, Christina" von ihrem ersten Album "Another City, Another Sorry", welches im Jahre 2009 veröffentlicht wurde, präsentieren sie dem Publikum auch neue Stücke und steigern damit, zumindest bei mir, die Vorfreude auf die kommende Platte. Obwohl sich gerade Sänger Martin Colclough ordentlich ins Zeug legt und auch immer wieder die Kommunikation zum Publikum sucht, will so richtig Stimmung nicht aufkommen. Den Anstandsapplaus gibt es von den Zuschauern dann aber trotzdem, und ein Hauch von Begeisterung scheinen sie sich dann nach dem 35-minütigen dynamischen Auftritt von The Answering Machine auch nicht absprechen lassen zu können.
Ein wenig anders sieht es da schon aus, als der kanadische Tokyo Police Club die Bühne betritt. Jubelnd wird das Quartett in Empfang genommen, welches sich sofort mit voller Leidenschaft seiner Musik hingibt. Viel Zeit wird hier definitiv nicht verschwendet. Kaum ist ein Song zu Ende, wird auch schon der nächste angespielt. Ein Kracher folgt auf den nächsten. Und die Fans? Denen gefällt es sichtlich. Kollektiv bewegen sich hier alle zu den eingängigen Indierocksongs, hier und da sind sogar textsichere Fans zu beobachten. Ein bisschen Zeit zur Kommunikation nimmt sich Sänger und Bassist Dave Monks dann aber doch und erzählt sowohl von der Show in Indonesien als auch von ihrem letzten Auftritt im Hamburger Molotow. Auch hier zeigen sich die Zuschauer eher unbeeindruckt davon. Diese wollen Musik! Und die sollen sie bekommen.
Nach etwas über einer Stunde verlassen die charmanten Musiker die Bühne. Bis dahin haben sie sage und schreibe 18 Songs präsentiert. Das nenne ich mal beachtlich! In ihrem Spielfluss schaffen sie es aber dennoch das Publikum voll auf ihre Seite zu ziehen, es zum Klatschen und Mitsingen zu animieren. Sie sind eben Vollprofis, die in all ihrer Vollkommenheit zu alledem ihren Charme nicht verloren haben. Ganz im Gegenteil. Stets mit einem Lächeln im Gesicht zaubert Dave ebenso eines in die Gesichter der Fans und spielt sich damit wohl endgültig in ihre Herzen. Da die meisten hier, wie es Dave selbst feststellt, am nächsten Tag arbeiten müssen, gibt es nur noch zwei Lieder zur Zugabe, dafür mit "Juno" und "Cheer It On" umso schönere. Nach insgesamt ungefähr 80 Minuten endet das dynamische Set von Tokyo Police Club und lässt ganz offensichtlich keine Wünsche offen. Zumindest kann man hier in keine enttäuschten Gesichter blicken, und auch ich begebe mich mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause, um mir gleich nochmal ihre Platten aufzulegen.
Setlist:
Favourite Colour
Nature Of The Experiment
Box
Graves
Top 5
Spark
Cave
Tessellate
Hands Reversed
Big Difference
Not Sick
Be Good
Bambi
Favourite Food
Citizens
Breakneck Speed
Boots Of Danger
Your English
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Juno
Cheer It On