Toto

World Tour 2006

10.03.2006 Grugahalle / Essen

Von: Stefan Bink

Toto Essen

Das Jahr 1978: Wir haben das “Dreipäpstejahr“, ich betrete erstmalig den Kindergarten und die Gruppe Toto hat ihren ersten großen Hit mit dem Song Hold the line. Karol Wojtyla und Frau Krüger (meine Kindergärtnerin) sind mittlerweile Geschichte, während Toto es zur lebenden Pop-Legende gebracht hat. Inzwischen wurden von ihnen zwölf Alben veröffentlicht. Das letzte, Falling in between, stammt aus dem Februar dieses Jahres und die Kalifornier sind mit diesem aktuell auf Tour, bis Ende März noch in Europa.

Landläufig sind vor allem neben Hold the line noch die vom 82´er Album „IV“ stammenden Titel Africa und Rosanna jedem bekannt. Das die Band, deren Mitglieder ursprünglich begehrte Studiomusiker waren, noch deutlich mehr an fantastischen Songs haben und auch heute noch herausbringen, bewiesen sie am heutigen Abend in der Grugahalle zu Essen und zeigten, dass die alten Männer es nicht nur immer noch drauf haben, sondern den meisten Jungspunden noch was vormachen.

Den Titeltrack Falling in between und anschließend King of the world vom aktuellen Album spielen sie zu Beginn und legen die Messlatte direkt sehr hoch. Auf Videowänden an der Wand werden Clips passend zu den Songs eingespielt und untermalen und verstärken die Stimmungen der Lieder.

Aus allen Perioden ihres Schaffens spielen sie Titel. Nach dem Beginn mit zunächst neuen Songs sind es dennoch natürlich gerade die Klassiker, die nicht nur musikalisch von den Sitzen reißen, sondern auch noch Erinnerungen wecken. Ein Medley mit Hold the line und etwas später noch Rosanna, die ihre größten Erfolge repräsentieren und wundervolle Baladen wie der vorletzte Song des Mainsets I won´t hold you back, zu dem inzwischen mehrere Generationen Klammerblues getanzt haben. Einfach nur schön.

Die Soli der Musiker, denen es wichtig ist, auch als solche gewertschätzt zu werden (We´re not stars, we´re musicans), sind darüber hinaus grandios. Steve Lukather mit einem Gitarrensolo und Greg Phillinganes an den Keyboards nehmen sich jeweils einige Minuten Zeit um ihr individuelles Können zu demonstrieren.

Als letzten Song des Abends spielen Toto dann natürlich noch Africa. Ein bisschen was von der „guten Alten Zeit“, die viele der Anwesenden noch picklig erlebt haben, ist nun in der Grugahalle fast greifbar zu spüren.

Auch denjenigen, die nur die drei eingangs aufgeführten Songs zuordnen können sei zu einem Besuch bei Toto geraten und garantiert wird bei vielen weiteren Songs der berühmte Aha-Effekt eintreten. Toto live ist einfach nur ein Genuss. Fantastische, ehrliche Musik von Altmeistern im besten Sinne des Wortes. Neu und alt verbinden sie harmonisch und mehr als zwei Stunden Konzert fliegen viel zu schnell vorbei. Die schwierige Aufgabe, 28 Jahre Bandgeschichte auf Konzertlänge zu komprimieren ist ihnen eindrucksvoll gelungen und gerne hätte ich noch weiter zugehört. Ein beeindruckender Auftritt!

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