Turin Brakes

Tour 2010

16.04.2010 Luxor / Köln

Von: Simon Baranowski

Turin Brakes Köln

Olly Knights und Gale Paridjanian, besser bekannt als das Indie-Folk-Pop-Duo Turin Brakes gastieren heute im Kölner Luxor. Der Club ist gut gefüllt und durch die am Wochenende anstehenden Partys im ehemaligen Prime Club, beginnt das Konzert an diesem Freitag etwas früher. Pünktlich nach den Nachrichten betreten die beiden Protagonisten inklusive Liveunterstützung an Bass und Schlagzeug die kleine Bühne. Mit ihrem aktuellen Werk "Outbursts" können Turin Brakes mittlerweile auf fünf Studioalben zurückgreifen. Dazu kommen hier und da noch ein paar EPs und Singleveröffentlichungen. Ein guter Fundus also um in Köln aus dem Vollen schöpfen zu können.

Von Anfang an macht sich eine sehr homogene und zufriedene Stimmung sowohl auf der Bühne als auch im Publikum breit. Die Songs der Londoner wirken gleichzeitig sehr druckvoll und gefühlvoll. Mit geschlossenen Augen und sichtlich in seinen Songs vertieft performed Olly Knights die ersten beiden Tracks. Zu "Mirror" versammeln sich alle vier Akteure geschlossen am vorderen Rand der Bühne und versorgen das Luxor mal ohne Stöpsel, ganz und gar Akustik sozusagen. Sympathisch, nah und authentisch wirkt das alles. Neben den neuen Songs mischt sich ein Best Of der Turin Brakes in das Set. So kommt man in den Genuss des hinreißenden "Emergency 72" oder des kräftigeren "Long Distance". Ihr bekanntester Erfolg "Painkiller" ist ebenfalls im Set integriert und erfreut sich nach wie vor großer Zuneigung. Für viele Bands ein großer Fluch, wenn ein einzelner Track so heraussticht. Turin Brakes nehmen das alles aber sehr professionell auf und freuen sich über den lautstarken Applaus nach "Painkiller".

Nach einer guten Stunde ist das Mainset vorbei. Natürlich kommen Turin Brakes noch mal wieder. Der Titeltrack des neuen Albums "Outburst" und dazu der "Rocket Song" lassen jeglichen Zweifel verschwinden, dass dies hier kein guter Abend ist. "Rocket Song" wird genauso wie im Mainset "Mirror" wieder ohne Stöpsel gespielt. Mit "Underdog (Save Me)" beenden Turin Brakes den ersten Zugabeblock. Nach anhaltendem Applaus kehren die vier Musiker nämlich nochmals auf die Bühne zurück. Diesmal packen sie eine Coverversion des Neil Young-Songs "Everybody Knows This Is Nowhere" aus und lassen die Zuhörer in der Lalala-Phase auch mal zu Wort kommen. Bevor der Vorhang fällt erreicht "State Of Things" aber noch mal die Herzen der überschaubaren Menge im Kölner Luxor. Ein kleiner runder Abend mit feiner Unterhaltung der eine gewisse Gelassenheit und Zufriedenheit nach sich zieht. Vor allem wenn die Erwartungen nicht allzu hoch waren. Umso mehr wird man belohnt. Live wirken Turin Brakes um ein vielfaches zugänglicher und offener als es auf Platte manchmal den Anschein hat.

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