Underworld

Oblivion With Bells – Tour 2008

28.01.2008 Palladium / Köln

Von: Leeloo242 _

Underworld Köln

So wirklich gar nicht in Vergessenheit geraten sind die britischen Elektroniker Underworld. Seit den wunderbaren 80igern sind der quirlige Karl Hyde, Rick Smith und aktuell Darren Price immer wieder mit Projekten wie Freur (Doot Doot), Tomato (u.a. Werbespot für Nike), Lemon Interrupt und Underworld in den Clubs und auf Bühnen unterwegs. Sie prägen mit ihren einzigartigen Soundtüfteleien ganze Generationen.

Nachdem Sachen wie „Underneath The Radar" und "Change The Weather" zuerst mehr als in die Hose gingen schlugen sie dafür im Jahre 1996 mit der Auskopplung „Born Slippy“ aus dem Trainspotting-Soundtrack ein wie eine Atombombe und sind seitdem in der Techno-Trance-Dance-Szene in aller Munde. Nebenbei produzierten Underworld einen Exklusivtrack für das Playstation-Spiel "wipEout“. „Trainspotting“ ist aber bei weitem nicht alles was Underworld an Soundtrack zu bieten hat. Für Filme wie „Hackers – Im Netz des FBI“, „Wilde Orchidee“, „Lebe lieber ungewöhnlich“, „Batman und Robin“, „The Saint – Mann ohne Namen“, „The Beach“, „Breaking and Entering – Einbruch & Diebstahl“ und letztes Jahr für den sehr kunstvollen Science-Fiction-Film „Sunshine“ haben Underworld ihre Mischpulte geschwungen und somit den ganzen Werken eine besondere Note verliehen.

Ende 2007 veröffentlichten Underworld ihr vierzehntes Album „Oblivion With Bells“. Eine gelungene Mischung aus Synthie, Ambient, dem typischen und frechen Karl Hyde-Sprechgesang, housigen und genial basslastigen Dance-Tracks. Eine Tour durch Europa lag somit auf der Hand.

Am 28.01.08 ließen Underworld es dann endlich ordentlich in Köln krachen. Im November 2007 wegen schwerer Krankheit zunächst abgesagt, standen Underworld dann doch in voller Pracht im Palladium. Das Anfangs-Prozedere war wie auf anderen Konzerten auch. Fans versammeln sich in einer Halle, schluppen gemütlich bei leichtem Hintergrundgedudel Bierchen und positionieren sich dann langsam aber sicher auf einem Plätzchen um die Darbietung aus nächster Nähe zu betrachten. Bis dahin alles noch im normalen Konzert-Rahmen.

Die Bühne war mit ungefähr vier riesigen Mischpulten, Computern, Synthesizern, Keyboards und jeder Menge anderem technischen Kram bestückt. Dann war es endlich soweit. Underworld betraten die Bühne. Ziemlich beweglich, gut gelaunt und mit einem glitzerndem und schickem Pailletten-Jäckchen bekleidet, hampelte Karl Hyde munter und sehr flott an seinen Gerätschaften rum. Die Menge freute sich und jubelte vor sich hin. Das Intro „Lenne Penne“ war soundtechnisch noch „harmlos“ und verhältnismäßig „ruhig“. Perfekt in den nächsten Track reingemischt setzte dann ein unheimlicher Bass ein, der einem die Haare zu Berge stehen ließ. Ein Vorgeschmack dessen, was in den nächsten Stunden abgehen wird. Immer noch wie auf einem normalen Konzert schwangen die Menschen ihre Arme hin und her. Das sollte sich aber sehr schnell ändern. Beim zweiten Stück „Beautiful Burnout“ begann sich alles schlagartig zu ändern. Das Konzert verwandelte sich zusehens in eine heftige Technoparty. Es wurden nicht mehr nur Arme geschwungen. Die Anhänger brauchten immer mehr Platz um ihrem unerbittlichen Tanzdrang bei „Peach Tree“, „Crocodile“, „Aquafunk“, „Cherry Pie/Rowla“, „Two Months Off - You Do Scribble“, „You Do Scribble“, „King Of Snake“,  Rez/Cowgirl“ und „Confusion The Waitress“ in alle Richtungen, auch nach oben, freien Lauf zu lassen.

Unterstützt wurden die fetten Beats von bunten grafischen Hintergrundprojektionen und weißen, mit Druckluft befüllten Riesenwürsten, die wie Equalizer im Takt von innen heraus in allen Farben beleuchtet wurden. Das alles wirkte wie ein gigantischer Wald aus Phalli, der dann später ohne „potenzsteigernde Mittelchen“ in sich zusammen fiel. Zwischendurch hielt sich Karl des öfteren mal eine kleine Kamera vor die Rübe und man konnte ihn und im Hintergrund die Fans bewundern. Selbst der unbeweglichste und kühlste Mensch zappelte am Ende fröhlich mit. Ein Gefühl was von ganz innen kommt und auch wirklich jeden ergreift. Dann folgte der absolute Höhepunkt! Die ersten Klänge vom Meisterwerk „Born Slippy“ ertönten. Das gesamte Palladium bebte und die Leute kreischten vor Freude. Ich glaube dieses Ereignis konnte man ganz sicher in Köln-Mühlheim auf einer nach oben offenen Richter-Skala grafisch darstellen. Mit der einzigen Zugabe „Encore: Push Upstairs“ ging dann ein technoider und atemberaubener Abend zu Ende. Nach der Show hatte man noch die Möglichkeit das kurz zuvor Erlebte auf einem Datenträger als Erinnerung für 20 € zu ergattern. Die Tour-Shirts waren zwar nicht besonders schön, aber auch nicht teuer.

DAS musikalische Epizentrum einer kunterbunten und sehr lebendigen Szene!

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Eagles Tickets bei www.eventim.de