Unearth European Tour 2007 Support Dååth, Despised Icon, Job for a Cowboy
Pünktlich wie angekündigt, legten Dååth um 20h mit ihrem Set im Underground los. Der kleine Raum war zu dem Zeitpunkt bereits zu mehr als ¾ voll, was erstaunlichl ist, wenn die Vorband beginnt. Leider waren die Leute dann auch nicht alle schon wegen Dååth da, wie man am sehr verhaltenen Mitgehen sehen konnte, trotz des Anfeuerns von Sänger Sean Farber und der Aufforderung zum Circle Pit, die leider ungehört verhallte. Die Band aus Atlanta liess sich trotzdem nicht beirren, bangte wie verrückt und lieferte 30 Minuten eher klassisch orientierten Death- und Trashmetal, welcher aber an Intensität den folgenden Bands in nichts nachstand. Gerade die Energie des Fronters war beeindruckend. Auch optisch war man eher an den 80ern und 90ern dran und stellte damit schon einen gewissen Gegenpunkt zu den folgenden Metalcore-Bands dar. Vorwurf an dieser Stelle kann man nur dem Lichttechniker machen, der jeden Double Bass Part mit dem Stroboskoplicht untermalt hatte und somit für eine zeitweise totale Reizüberflutung sorgte.
Nach kurzem Umbau legten dann Despised Icon aus Aurora, Colorado los. Auch wenn man es nicht für möglich gehalten hätte, stieg der Knüppelfaktor jetzt auf mehr als das 3-fache an. Mit 2 Shoutern wurde das erstaunlich textsichere Publikum mit dem Death/Metalcore der Band quasi in den Circle Pit gezwungen, welcher das komplette Set über bestehen blieb. Trotz der vorhandenen Wucht und Energie konnten diese nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Riffs und das Geknüppel grösstenteils nur duchschnittlich waren und einen für mich, lauen Gesamteindruck hinterliessen.
Job for a Cowboy standen als 3. Band auf dem Billing. Auch diesmal ging es musikalisch wieder mehr in die klassische Deathmetalecke, sehr eindrucksvoll und überzeugend, da Sänger Jonny Davy wirklich respektable Deathgrowls darbot. Mit dem Wandel der Musik wurde auch der Circle Pit ruhiger, das Publikum moshte vor sich hin und verzichtete grösstenteils auf Gymnastikeinlagen. Die Zugabe-Rufe am Ende des Sets sprachen dafür, dass die Band am Abend viele neue Fans gewann.
Mittlerweile hatten dann auch die Leute ins Innere des Underground gefunden die bislang noch draussen standen oder erst später kamen und es wurde kuschelig im Publikum. Als Pausenmusik diente erstaunlicherweise U2, was im ersten Moment ein Schock für manche war, aber auf jeden Fall Humor bewies, ob beabsichtigt oder nicht sei dahingestellt.
Um kurz vor halb 11 gingen dann alle Lichter wieder aus, das Intro von Unearth begann und die Band begeisterte als Opener mit „Giles“ von ihrem letzten Album „In the eyes of fire“. Der Soundtechniker muss wohl kurz vor Beginn des Sets eingenickt sein, denn die Gitarren von Buz McGrath und Ken Susi waren im Mix die ganze Zeit deutlich leiser als der Rest der Band. Was sehr ärgerlich war, da die Qualität der Riffs die man auf Platte bewundern konnte, so definitiv nicht zu hören war. Aber das Publikum feierte die Band trotzdem. Der Circle Pit wurde jetzt zeitweise durch den ganzen Raum geführt und man konnte wieder einmal erkennen: Moshen und Mitsingen, kein Problem! Unearth war anzusehen, dass sie viel Spass hatten, gerade das Posen der beiden Gitarristen war ein Fest für jeden der seine Luftgitarrenfähigkeiten noch verbessern wollte. Köln war der erste Deutschland Abstecher der Band auf der jetzigen Headliner Tour, dementsprechend waren die Erwartungen auf beiden Seiten sehr hoch. Nach leider sehr knappen 50 Minuten wurde das Set mit „Black hearts now reign“ von der 2004er Platte „The Oncoming Storm“ beendet. Ohne Zugabe verliess die Band die Bühne, kam dann aber zurück um noch Autogramme zu geben und mit den Fans zu reden. Unearth enttäuschten nicht in ihrer Darbietung, hätten aber noch gut mindestens 2-3 Songs dranhängen können, da auch das Publikum nicht den Anschein erweckte, schon gehen zu wollen.