Up In Smoke Roadfestival

Up In Smoke VOL I – Elektrohasch Label Night - mit Colour Haze, Rotor + Sungrazer

03.02.2011 Live Music Hall / Köln

Von: Thomas Welsch

Up In Smoke Roadfestival Köln

Unter dem Motto "Up In Smoke" lädt das Label Elektrohasch in Kooperation mit dem Veranstalter "Sound Of Liberation" zum kollektiven Musiktrip ein und hat hierfür seine besten Pferde aus dem Stall gelassen. Neben den vielversprechenden Sungrazer, bilden die Instrumentalrocker Rotor und Coulour Haze das auserlesene Line Up. Das Motto nehmen viele anwesende Fans des psychedelischen Rocks heute Abend ganz wörtlich. Die Live Music Hall ist "up in smoke" so scheint es, denn Rauchschwaden unterschiedlicher Kräutermischungen wabern durch die Halle. Sungrazer haben bei ihrem Auftritt noch relativ klare Sicht. Mit ihrem bassgetriebenen Stoner Rock entpuppen sie sich als eine extrem talentierte Liveband. Trancehafte Schleifen entladen sich in durchs Mark gehende Riffs. Keiner ihrer Songs, beginnend mit "Zero Zero" über "If" bis zum Ende ihres Auftritts mit "Common Believer" droht als Lückenfüller zu fungieren. Und so ziehen die Holländer die noch recht spärlich gefüllte Live Music Hall in ihren Bann.

Ihnen folgt mit Rotor eine Instrumentalband, die selbst für Ansagezwecke auf ein Mikrophon verzichtet. Somit läuft jede Kommunikation mit dem Publikum allein über die Musik und Gesten. Letztere wünscht man sich mehr vom ein oder anderen Bandmitglied. Oder man lässt sich eben darauf ein, dass allein die Instrumente sprechen. Mal bekommt man von denen eins "Aufs Maul", mal verpassen sie einem das entsprechende "Drehmoment" (beides Songtitel der Berliner). Wieder liegt das Hauptohrenmerk auf dem Bass, aber im Gesamten ist der Sound etwas verwaschener als bei Sungrazer.

Köln ist die erste Station der "Up In Smoke Tour". Einen Tourbeginn mitzuerleben bringt Vorteile mit sich, zum Beispiel den, früher als andere zu wissen, wie sich ein solcher musikalischer Abend gestaltet. Wer frei ist von solch einem egoistischen Motiv, der tut Gutes, indem er anderen einen Besuch im weiteren Verlauf der Tour empfiehlt. Das möchte ich hiermit tun und darauf verweisen, das die drei Bands noch bis zum 20.02. zu erleben sind. Großen Anteil an dieser Empfehlung haben Colour Haze. Die Münchner sind trotz Schlafmangels und vorgerückter Stunde in bester Spiellaune. Ein neues Album ist in der Pipeline und zwei Songs daraus schaffen es ins heutige Set. Und entgegen der von Stefan Koglek geäußerten Bedenken, sie könnten diese verhunzen, sitzen sie wie eine Eins. "Aquamaria" und "Moon" sorgen früh für den nötigen Groove. Wilde Soli bringt das begeistert aufgenommene "Peace Brothers Sisters", aber der Höhepunkt ist das fantastische "Tempel". Selbst für eine Zugabe muss um kurz vor Mitternacht (da dauert das Spektakel schon fast vier Stunden an) inklusive "Mountain" noch Zeit sein. Übrigens Vol. 2 ist schon in der Planung. Die nächsten Elektrohasch-Bands stehen in den Startlöchern.       

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