We Were Promised Jetpacks

Tour 2009

07.09.2009 Pretty Vacant / Düsseldorf

Von: Simon Baranowski

We Were Promised Jetpacks Düsseldorf

Quiet little voices? Na, so quiet waren die gar nicht. We Were Promised Jetpacks geben in Düsseldorf bereits ihren dritten NRW-Auftritt und gleichzeitig ihren letzten im ganzen Land. Die aufstrebende Band aus dem schottischen Glasgow spielt im Pretty Vacant in der Düsseldorfer Altstadt vor nahezu ausverkauftem Haus. Der kleine Gewölbekeller ist mehr als nur gut gefüllt. Ohne große Bewegungen tropfen die ersten Schweißperlen von der Stirn. Wer Berührungsängste hat ist hier falsch.

Nach bisher einem veröffentlichten Album ist von vorneherein kein langes Set zu erwarten. Bleibt abzuwarten wie die jungen Schotten die teilweise schon zu Discohits mutierten Songs rüberbringen. Der Skittrack “A Half Build House” macht als Intro vom Band den Anfang. Die vier Protagonisten stehen bereit und beginnen ihr Set mit dem schon auf dem Album stark wirkenden “It’s Thunder And It’s Lightning”. Ausgerechnet die Gitarre von Sänger Adam Thompson will nicht so richtig funktionieren, als der Track gerade zu explodieren droht. Unbeeindruckt von dem Fauxpas, spielt die Band weiter und ist durch diesen kleinen Wachrüttler mehr als nur angekommen in der Düsseldorfer Altstadt. “Roll Up Your Sleeves” folgt dem Opener umgehend. Das Publikum wird lockerer und beginnt sich im Takt der Discodancefloorsingle zu bewegen. We Were Promised Jetpacks präsentieren eine gute Mischung zwischen schnelleren und langsameren Songs. Die Reihenfolge ist im Gegensatz zum Album etwas umgewürfelt worden. “This Is My House, This Is My Home”, “Short Bursts” oder “Conductor”, bilden zwischen den flotteren Tracks die nötige Erholungsphase. Obwohl selbst in solch einer ruhigen Phase der Zuschauer wie in einer finnischen Sauna schwitzt.

Was sonst im Pretty Vacant nur vom Band kommt, bekommen die rund 200 Gäste live geboten. “Quiet Little Voices” und “Ships With Holes Will Sink” sind sicherlich als Höhepunkte herauszupicken. Man kann nur erahnen wie nass die Klamotten der Jetpacks sein müssen. In dieser stickigen Hitze scheuen sie sich jedenfalls nicht ordentlich Gas zu geben. “Keeping Warm”, mit einem nicht aufhörenden dynamischen Intro, hat das Zeug zu größerem. Die Jetpacks beweisen, dass sie sich nicht nur auf Indiekracher beschränken, sondern auch Hymnen schaffen können.

Nach einer dreiviertel Stunde ist dann aber auch schon Schluss. Natürlich gibt es noch den ein oder anderen Song, aber das war abzusehen, dass es hier und heute keinen Zwei-Stunden-Livegig gibt. Ehrlich gesagt war man auch froh wieder ins Freie zu können. Ist der Sommer nicht eigentlich schon vorbei gewesen?

Wenn man zu Hause nach einem Konzert die entsprechende Band in seinen Player einlegt und plötzlich feststellt, dass man die Musik anders wahrnimmt als zuvor, kann man mit ruhigem Gewissen sagen, dass es ein gutes Konzert war. Ich schnall mir noch mal den Raketenrucksack auf!

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