Tour 2008, Support: Big Boy
In Deutschland war die dunkle und kalte Jahreszeit angebrochen. Die Nächte wurden länger und die Tage trister, grauer und kürzer. Passend zu diesem gruseligen Wetter brachten Wednesday 13 am 06.11.2008 noch etwas mehr Horror nach BremenÂ… oder besser gesagt Horrorpunk. Das Kulturzentrum Lagerhaus bot die ideale Kulisse. Dunkel und gedrungen verbreitete sich neben der Vorfreude auch ein wenig Horrorstimmung im Raum.
Doch anscheinend fürchteten sich einige doch zu sehr vor den Horror-Rockern. Denn das Kulturzentrum Lagerhaus füllte sich nur schleppend. Der Support Act Big Boy musste sich an diesem Abend ihre Brötchen hart verdienen. Unermüdlich spornte Frontmann Big Boy himself das Publikum an – dabei versuchte er sich an verschiedenen Taktiken: Publikumsnah, anstachelnd oder auf der kleinen Bühne umhertigernd gab er alles. Mit Hilfe seiner energiegeladenen Band, die auch auf kleinster Quadratmeterzahl ordentlich Gas geben und sich bewegen konnen, ohne sich gegenseitig mit den Instrumenten-Hälsen die Augen auszustechen, gelang es Big Boy durch die 10 Songs umfassende Setlist hindurch, letztenendes doch noch das überschauliche Publikum zu motivieren. Und zwar sosehr, dass die Menge nach dem Auftritt des Supportacts gar nicht mehr aufhören wollte und sich selbst während des Umbaus weiterfeierte.
Die Stimmung war soweit so gut. Auch wenn der Raum sich nicht großartig mehr gefüllt hatte, war die Ausgelassenheit und Erwartung deutlich zu spüren und steckten an. Die Reihen unmittelbar vor der Bühne standen nun dicht gedrängt und ein freudiger Aufschrei ging durch die Menge, als das Intro ertönte und Wednesday 13 ankündigte. Die Bandmitglieder fackelten auch nicht lange und legten gleich los. Das Publikum tat es ihnen gleich und rockte von der ersten Sekunde an mit, was das Zeug hielt. Wednesday 13 spielten sich durch sämtliche Alben und ließen dabei kaum einen Hit aus. Und wie immer gab es auch (schon seit einer Weile) Änderungen bei der Bandbesetzung. Es darf ja nicht langweilig werden. Darum schwang hinter Wednesday 13, Racci Shay die Drumsticks, während Eric Griffin an der Gitarre und Nate Manor mit seinem Bass Sänger, Gitarrist und Frontmann Wednesday flankierten. Zwar zeigte sich die Band nicht ganz so publikumsnah wie Big Boy – die nun sogar im Zuschauerraum umher liefen – und hielten sich auch mit Ansagen zurück, doch die Verbundenheit kam mit den Songs. Diese eignete sich wunderbar dazu, live die Sau rauszulassen. Und DIESE Message kam an!
Die kurze aber knackige Setlist nahm fürs erste mit „Walk With A Zombie“ ihr Ende. Doch die Gänsehaut war noch nicht komplett den Körper hochgekrochen. Darum forderte das Publikum mehr. Gleich darauf ertönte auch schon der „Imperial March“ der Star Wars Filme und die Band eroberte erneut Bühne und Publikum. Eine kleine Fashionshow war auch eingeplant. Wednesday 13 tauschte zur dritten Zugabe „FUCK“ seinen eben erst aufgesetzten Cowboyhut gegen eine Armymütze und die Fans sangen fleißig mit. Diesen Refrain konnte auch ein Laie mitsingen und alle taten dies mit offensichtlicher Freude.
Genug des Horror-Rocks für diesen Abend. Was früh begann, nahm auch leider früh sein Ende. Zu ungewohnt früher Uhrzeit, fand das Konzert gegen 22.30 Uhr sein Ende. Doch die Party war gut und für viele kräftezehrend. Von daher bleibt nur hoffnungsvoll abzuwarten, wann die Herren von Wednesday 13 wieder bereit sind, Deutschland das Gruseln zu lehren.