Tour 2011 - Support: Tellavision
Island... Unendliche Weiten, Islandponys, heiße Quellen, eine Sprache, deren Aussprache man zum Teil nicht einmal erahnen kann, und ein Vulkan, der es schaffte, den internationalen Flugverkehr zu stoppen. Wer hätte gedacht, dass Island zudem auch noch wundervolle Bands hervorbringt? Who Knew... Was als Duo um die Gründungsmitglieder Ármann Ingvi Ármannsson und Baldur Helgi Snorrason begann, hat sich mittlerweile zu einem herausragenden Sextett entwickelt, dessen Fangemeinde sich an stetem Zuwachs erfreuen kann. Und das vollkommen zu Recht. Ihr Debütalbum "Bits And Pieces Of A Major Spectacle" erschien im Mai letzten Jahres und war nicht zuletzt in zahlreichen Musikmagazinen als auch bei lokalen Radiostationen in aller Munde. Ganze vier Mal haben die Herren uns im letzten Jahr in Hamburg beehrt. Heute dürfen wir sie wieder begrüßen, das erste Mal in diesem Jahr und dann auch noch im wundervollen Molotow.
Vorab darf sich das Publikum an Tellavision erfreuen, eine junge Dame, die zahlreiches Potenzial mit sich bringt. Neben einer zauberhaften Stimme steht sie auch noch selbst an den Reglern, spielt Gitarre, Mundharmonika, Tambourin und schafft es dabei ein wenig wie The XX zu klingen. Mit einer Band im Rücken könnte sie mit Sicherheit noch etwas mehr von ihrem Talent zum Besten geben, insgesamt war das aber keine schlechte Vorstellung und das wird auch von den Zuschauern dementsprechend gewürdigt.
Ein wenig beruhigt atme ich auf, als sich das kleine Molotow pünktlich zum Auftritt von Who Knew etwas mehr füllt. Von Beginn an herrscht eine ausgelassene Stimmung im Publikum. Wie könnte es auch anders sein? Die sechs sympathischen Isländer versprühen sofort als sie die Bühne betreten, unendlich große Freude und übertragen dabei eine Energie, der man sich nicht entziehen kann. Da kann wirklich niemand die Füße still halten, mindestens zum heiteren Mitwippen wird man animiert. Sänger Ármann ist ein reines Energiebündel und scheint zudem eine Vorliebe dafür zu haben, seine Zunge heraus zu strecken, verliert aber selbst dabei nie das breite Grinsen aus seinem Gesicht. Und überhaupt sind die sechs Isländer reine Sympathieträger, bezaubern nicht nur mit ihrer melodiösen Musik sondern ebenso mit einer äußerst charmanten und humorvollen Art.
Schließlich lässt es sich Ármann nicht nehmen, sich in die Menge zu stürzen und mit einigen Fans anzustoßen, auf die Freundschaft, auf einen fantastischen Abend und auf was man auch sonst noch so anstoßen kann. Nach 55 Minuten ist dann Schluss, sehr zum Bedauern der Zuschauer. Doch obwohl das Set eher kurz ausgefallen ist, schaut man in durchweg glückliche Gesichter. Sollte Island also mal wieder was ausspucken, handelt es sich hoffentlich um eine ebenso wundervolle Band. Bis dahin lassen wir uns weiter von Who Knew begeistern, genug Potenzial dafür besitzen sie ja.