Wirtz

11 Zeugen Herbsttour 2008 - Support: Brand New Demon

14.11.2008 Luxor / Köln

Von: Thomas Kröll

Wirtz Köln

Als ich Daniel Wirtz und seine Band im Mai das erste Mal in Köln gesehen habe, war das Luxor schon gut gefüllt. Heute aber platzt der legendäre Laden an der Luxemburger Straße förmlich aus allen Nähten. Ausverkauft! Ein weiterer Unterschied zu damals: Das Luxor ist inzwischen zur rauchfreien Zone geworden. Vor sechs Monaten kündigte Wirtz mir gegenüber im Interview noch eine Akustik-Tour für Ende diesen Jahres an. Daraus ist nun nichts geworden. Die Herbsttour 2008 läuft wie gewohnt elektrisch verstärkt ab und ist laut Produzent Matthias Hoffmann, mit dem ich mich vor dem Konzert noch kurz unterhalte, bisher ein "Riesenerfolg". Köln ist die vorletzte Station auf dem insgesamt zehn Städte umfassenden Tourplan.

Auch die Band um den 34-jährigen Deutschrocker aus Frankfurt ist dieselbe geblieben. Nur Bassist Christian Adameit trägt seine Haare jetzt lang. Das Quartett startet um kurz nach halb Neun mit dem Titelsong ihres Debütalbums "11 Zeugen" ins Set. Die Fans gehen von Anfang an voll mit und Wirtz turnt am Bühnenrand herum und animiert die Menge vor ihm zum Mitsingen, was bei den folgenden "Ne Weile her" und "Mon Amour" auch bestens funktioniert. Musikalisch orientiert sich der Wahl-Hesse am guten alten Grunge/Alternativ-Rock der Marke Pearl Jam, Alice In Chains oder Stone Temple Pilots, seine Texte kommen ebenso ehrlich und authentisch rüber wie er selbst.

Nach diesem schweißtreibenden Auftakt gibt es mit "Leb wohl" den ersten neuen Song des Abends. Überhaupt wird es so langsam Zeit für ein zweites Album, das laut Wirtz` Aussage im nächsten Jahr kommen soll. Erstmal aber kommen im Luxor "Keine Angst" und "Wo ich steh", diesmal stilecht mit dem Anrufbeantworter-Intro. Es wird gepogt, geklatscht und gefeiert. Nach "Erster Stein" sagt Daniel Wirtz "Ich habe die besten Fans der Welt" und man nimmt es ihm ab. Die zeigen sich auch bei der darauffolgenden Ballade "Heute weiss ich", meinem ganz persönlichen Favoriten, äußerst textsicher. Die Band hat sichtlich Vergnügen an dem Ganzen und während "Richtig weh" glänzt Gitarrist Kai "Keile" Stuffel mit einem famosen Solo. Nach "Sag es" sind es dann wiederum die Fans, die mit "Weil ich so bin" das nächste Stück anstimmen. Die Band fällt kurzerhand ein und rockt volle Lotte ab. Die Vier auf der Bühne harmonieren perfekt und der Sound ist schön ausgewogen und druckvoll. "Wieder mal ne Nacht" beendet dann fürs Erste die Party, aber natürlich lassen sich Wirtz und Co. nicht lange bitten.

Mit dem sehr geilen, ebenfalls neuen Song "Feind", einem fetten Rocker, beginnt der Zugabenteil. Die Stimmung ist jetzt auf dem Siedepunkt. Daran ändert auch das verträumte "Overkill" nichts. "Von vorne"-Sprechchöre lassen an der Theke des Luxor die Gläser klirren. Von vorne geht es dann zwar nicht mehr los, aber mit "Ne Weile her" in einer wunderbaren Akustikversion und "Mon Amour" gibt es noch einmal zwei bereits gespielte Songs, bevor nach eindreiviertel Stunden der Vorhang fällt und sich die Band unter lautem Jubel endgültig verabschiedet. Ich denke, sie hat am heutigen Abend im Luxor wirklich alle Erwartungen an ein gepflegtes Rockkonzert erfüllt und im Vergleich zum Gig im Mai nochmals eine Steigerung erlebt. Sowohl was die eigene Performance als auch die Reaktion der Fans angeht.

"Hier und jetzt endet die Geschichte..." heißt es in "Mon Amour". Die Geschichte von Wirtz hat gerade erst begonnen. Und bei seinem nächsten Besuch in Köln wird das Luxor endgültig zu klein sein. Da bin ich sicher!

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