Die Wohnraumhelden gehen in die Luft - Das höchste CD-Release-Konzert Deutschlands!
Heutzutage muss man als Musiker schon etwas ganz besonderes bieten um auf sich aufmerksam zu machen und vor allem die Neugier der Medien erst einmal zu wecken. Die zweiköpfige "Liedermaching" Kombo Wohnraumhelden aus Hannover/Linden (das Slash muss dabei mit ausgesprochen werden, wie ein jeder bei einem Wohnraumhelden-Konzert lernen wird) ist in Sachen Werbung und Vermarktung genauso kreativ wie mit ihren Songs. So laden die Hannoveraner heute zu einem Record Release Konzert bei dem Tag der offenen Tür des Flugplatzes Heist ein. Dabei findet nicht nur am Boden ein Konzert statt, sondern auch live in einem 10 Personen fassenden Flugzeug wird das neue Album "Rock’n Roll Puppentheater" vorgestellt!
Strahlender Sonnenschein empfängt die Wohnraumhelden, sowie die Besucher des Konzertes und Flugplatzes. Für einen luftigen Soundcheck und zur Prüfung der Magenresistenz begeben sich C-Punkt Stein Schneider und B-Mann Mayor aka Wohnraumhelden vorab zu einem Rundflug mit der Dornier Do 28D-2 (Baujahr 1973) in die Luft. Viele gespannte Reportergesichter erwarten die Musiker, als sie aus der Maschine wieder aussteigen, doch das einzig Grüne ist der strahlende Anzug von C Punkt Stein Schneider, die Gesichter behalten ihre gesunde Farbe und so kann man aufatmen: der Liveauftritt im Flieger wird stattfinden. Doch bevor die Reporter in die Maschine steigen dürfen, sind die Besucher des Flugplatzes an der Reihe und dürfen einem Wohnraumhelden-Konzert beiwohnen. Zwischen Hüpfburg und Ponyreitfarm, mitten auf der grünen Wiese im Sonnenschein mit bunt bemalter 3-rädriger Ape als Bühnenwagen, erinnert das ganze Schauspiel an einen Jahrmarkt – die Würstchenbude rundet diesen Eindruck perfekt ab. Als die Wohnraumhelden (kurz WRH) auch noch Holzpuppen, die ein Miniatur-Abbild der Musiker darstellen, hervorzaubern, fühlt man sich zurück in die Kindheit mit der Augsburger Puppenkiste versetzt. Das gelbe Fliewatüüt auf dem Landeplatz macht diesen Eindruck perfekt.
Zu allererst bekommt das Publikum die Benimmregeln eines Livekonzertes verlesen. Dabei werden Punkte wie "Wann wird geklatscht?" und "Wie wird geklatscht?" humorvoll besprochen. Die lustigen Burschen haben das Publikum schnell mit einigen Lachern auf ihrer Seite und die überschaubare Menge berücksichtigt die Benimmregeln umso lieber. Zitat B-Mann Mayor: "Rock ist, wenn sich Erwachsene total daneben benehmen" und recht hat er. Es wird mitgeklatscht, gepfiffen und gejohlt. Stücke wie "Fleischsalat" oder "Witzig" unterhalten die Zuschauer und die Lachmuskulatur wird stark beansprucht. Ein erzwungener Stagedive von der sogenannten Egonase (= ein kleiner Blech-Laufsteg / Rampe am Bühnenwagen) von "Opfer" Matthias aus dem Publikum, der willkürlich von B-Mann Mayor bestimmt wird, nimmt fast das halbe Publikum als Träger in Anspruch. Matthias hat den Auftrag zum Getränkewagen zu diven und auf dem Rückweg die Musiker mit Getränken zu versorgen. Diese Aufgabe erfüllt er mit Bravour und erhält dafür großen Applaus, sowie den Respekt der Musiker.
Vor allem als die WRH als Zugabe erneut die Hymne an den Ort Heist präsentieren, gibt es kein Halten mehr. Der Text von "Geschwaderhymne Heist" ist sehr einprägsam und somit fällt es dem Publikum nicht schwer mitzusingen. Sogar der Bürgermeister von Heist stimmt kurzzeitig mit ein. Als Dank für die großartige Zusammenarbeit des Publikums mit den WRH erhält jeder Besucher eine Single des Songs und kann sich diese signieren lassen. Dabei ist ein kleiner Plausch mit den sympathischen und gut gelaunten WRH möglich – sogar ein Interview wird kurzfristig eingeschoben.
Doch der Zeitplan ist streng kalkuliert. Kaum haben die Musiker den Stift zum Signieren aus der Hand gelegt, heißt es auch schon Fertigmachen für den Start der Dornier Do 28D-2. Als alle 8 Reporter, die beiden Musiker, sowie Pilot und Co-Pilot ihre Plätze eingenommen haben, erklärt sich B-Mann Mayor kurzerhand eigenständig zum Stewart und zählt noch schnell die Regeln im Falle eines Flugzeugabsturzes auf ("... dann bitte sofort die Maschine verlassen"). Dank der Unterstützung von Sennheiser kann die Musik der WRH auf Funkkopfhörer übertragen werden und trotz der lauten Maschine kann man dem Konzert gut folgen. Lediglich mit einer Gitarre für B-Mann Mayor und einem Mikro für C-Punkt Stein-Schneider bewaffnet, nehmen die WRH auf den vordersten beiden Sitzen Platz und es kann losgehen. Noch einmal werden die Lachmuskeln auf die Probe gestellt. Nicht nur die Songs entlocken ein Lachen, auch die gezwungenermaßen gedrungene Position der WRH ist belustigend. Trotz ihrer wahrscheinlich nicht gerade gemütlichen Sitzhaltung und der Hitze im Flugzeug verlieren die WRH nicht ihre Laune und beginnen mit "Rock" im Sitzen weiter einzuheizen. Passend zu der heißen Atmosphäre wird denn auch noch das "Riechlied" angespielt, doch zum Glück bleibt die Luft im Flugzeug angenehm. Zwischendurch wird eine kleine Gesangspause angeordnet, damit Musiker sowie Passagiere die Aussicht genießen können. Der Flug führt über Hamburg hinweg. Das wahrscheinlich höchste Konzert Deutschlands auf wahrscheinlich engstem Raum.
Die Technik der Musiker als auch der Maschine funktionieren einwandfrei und alle landen wieder sicher auf dem Flugplatz Heist. Selbst Reporter mit Flugangst haben sich in die Maschine gewagt und es keinesfalls bereut. Die Wohnraumhelden besitzen offensichtlich auch die Fähigkeit Flugangst zu heilen!
Während die Wohnraumhelden noch ein weiteres Konzert in der Dornier geben "müssen", haben die Reporter des ersten Fluges die Gelegenheit das schöne Wetter zu genießen und einen gelungenen Sonntag gemütlich ausklingen zu lassenÂ… und vor allem die Lachmuskeln wieder zu entspannen. Eine erfolgreiche Veranstaltung für Musiker und Medien. Die Wohnraumhelden bringen Spaß in die Bude und sorgen garantiert für gute Laune! Also immer schön die Augen aufhalten, ob demnächst ein bunt bemalter Ape in eurer Stadt Halt macht!