You Say Party

We Say Die! Tour 2010

21.11.2010 Molotow / Hamburg

Von: Jessica Franke

You Say Party Hamburg

Nach dem tragischen Tod des Drummers Devon Clifford im April 2010 melden sich You Say Party! We Say Die! zurück. Aus Respekt vor ihrem Kollegen benennt sich die Band in das kürzere You Say Party um, zudem holen sie diesen Herbst die im April abgebrochene Tour nach. Mit im Gepäck haben sie nicht nur ihre neue Danceplatte "XXXX" sondern auch Bobby Siadat an den Drums sowie Robert Andow am Keyboard, der fortan Krista Loewen ersetzen wird. Heute dürfen wir sie im Hamburger Molotow begrüßen, wo sie schließlich auch den Abschluss ihrer Deutschlandtour feiern.

Das Molotow ist nicht wirklich voll, es ist eben ein typisches Sonntagskonzert, vor allem unter dem Aspekt, dass derzeit ein wahrer Konzertmarathon in Hamburg zu verzeichnen ist. Der Band scheint das jedoch nichts anhaben zu können. Diese geben sich sofort leidenschaftlich der Musik hin und versuchen das Publikum ordentlich anzuheizen. Leider scheint das zunächst etwas vergebens. Anscheinend völlig unbeeindruckt stehen die Zuschauer nur da, wippen allenfalls zu den dynamischen Songs mit und reagieren nicht wirklich auf die redselige Sängerin Becky Ninkovic, die es sich zudem nicht nehmen lässt, immer wieder den Kontakt zu den Zuschauern zu suchen und dafür in die Menge springt, um von dort ihre unbändige Energie zu verbreiten. Sie sieht ganz bezaubernd aus, könnte mit ihrem schwarzen Body und der Glitzerjacke ebenso gut direkt den 80er Jahren entsprungen sein.

Sie haben eine wunderbare Mischung aus ihrem Repertoire der letzten Alben "Hit The Floor" und "Lose All Time" sowie aus dem neuen "XXXX" mitgebracht und beweisen damit, dass sie Seele, Gefühl und Rhythmus neu verinnerlicht haben, dabei aber ihren ursprünglichen Sound immer noch in sich tragen. Die beiden neuen Mitglieder fügen sich hervorragend in das Gesamtbild ein als seien sie schon immer dabei gewesen. Und durch das Vorstellen der neuen Kollegen belegen sie, dass diese einen festen Platz sowohl in der Band als auch im Herzen der übrigen Mitglieder eingenommen haben. Mit dem Anzünden eines Streichholzes zeigen sie aber dennoch ihre immer noch vorhandene Verbundenheit zu dem ehemaligen Schlagzeuger Devon. Eine Gedenkminute, die scheinbar nicht nur mir eine Gänsehaut verpasst.

Letztlich schafft es das Quintett wohl mit seiner sympathischen Art sowie Energie auf der Bühne, das Publikum dann doch noch in Fahrt zu bringen, wofür sie schließlich ihren gebührenden Applaus ernten. Nach knapp einer Stunde Spielzeit wollen die Zuschauer immerhin auf eine Zugabe dann doch nicht mehr verzichten und fordern die kanadischen Dancepunker unter tosendem Applaus und Zugaberufen wieder zurück auf die Bühne. Diese lassen sich selbstverständlich nicht lange bitten und kommen für weitere drei Songs zurück, bei denen noch einmal sowohl auf der Bühne als auch im Publikum ordentlich Gas gegeben wird.

Es ist wirklich schön zu sehen, dass die Band nach den tragischen Ereignissen scheinbar wieder zu sich gefunden hat. Die neue Platte macht nicht nur live wirklich was her sondern steigert auch die Vorfreude auf das, was noch so von den sympathischen Kanadiern kommen wird. Nach diesem dynamischen Auftritt bleibt mir schließlich nichts weiter zu sagen als: I Say Party!

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