Snapping Necks And Cashing Checks Tour 2010
Zebrahead. Wenn ich diesen Namen noch vor anderthalb Jahren gehört hätte, hätte ich mich nur kratzend an den Kopf gefasst und mich gefragt, ob dies eine südafrikanische Delikatesse sei. Zum Glück weiß ich es dank eines Bekannten nun besser und mir wurde klar, dass ich sie unbewusst schon kannte. Damals waren Zebrahead für mich nur immer "die Typen mit Falling Apart", welche auf irgendeinem "Tony Hawk’s Pro Skater" vertreten waren. Doch spätestens nach ihrem Auftritt beim Area 4 Festival im letzten Jahr weiß ich, dass sie weitaus mehr geniale Songs haben und darüber hinaus exzellente Live-Shows abliefern. Umso mehr freue ich mich, als ich höre, dass sie im April in der Essigfabrik in Köln spielen. Als jedoch Attack!Attack! als Support angekündigt wurden, kam die erste Ernüchterung. Sind das nicht diese schwarzen Pilzköpfe, welche in ihren Videos einen neuen Sport namens "Synchronhopsen" (hier findet ihr ein Beispiel) erfinden und dazu noch undeutlich irgendetwas durch die Gegend schreien?? Grausam einfach.
Aber nun zum Konzert: Als erster Support steht MC Lars auf dem Programm aka Andrew Robert Nielsen. Solider Hip-Hop, jedoch sehr schwer einzuordnen. Als er mit jeder Menge Applaus die Bühne verlässt, wollte ich eigentlich direkt raus aus der Essigfabrik und mit einem kühlen Becks die letzten Sonnenstrahlen des etwas frischen, aber guten Wetters genießen. Lediglich mein Mitstreiter hat mich dann doch überredet noch ein wenig drinnen zu bleiben.
Zum Glück: Denn anstatt der schwarzhaarigen Beatles stürmt auf einmal eine britische Version von Fall Out Boy auf die Bühne, welche zwar nicht sonderlich innovativ, aber auf alle Fälle hörbar sind und mit jeder Menge Spielfreude zu unterhalten wissen. Nach einer guten halben Stunde verlassen diese auch wiederum die Stage und es wird allmählich Zeit für die fünfköpfige Band aus Kalifornien auf die alle gewartet haben: "Zebrahead, Zebrahead"-Chöre ertönen als das Licht ausgeht und sie mit "Hell Yeah" das Konzert beginnen. Von einem Moment auf den nächsten kann einfach keiner mehr ruhig auf seinen Füßen stehen: Pogo, Circle Pits und jede Menge Crowdsurfing wohin das Auge reicht. Das Set ist bunt gemischt: Jede Menge altes Zeug ("Playmate Of The Year" oder "Into You"), aber auch Songs von ihrem 2008er Album "Phoenix". Von "Panty Raid" wird leider lediglich "Oops, I Did It Again" gespielt.
Der persönliche Höhepunkt ist aber für mich die Zugabe, welche vier Songs umfasst. Man kann von einem Segen reden, dass Zebrahead sich endlich durchgerungen haben "The Juggernaut’s" wieder live zu spielen. Großartiger Song. Als Sänger Ali Tabatabaee darauf meint "jetzt will ich die größte Wall Of Death sehen, die Köln je gesehen hat", habe ich schon eine leise Vorahnung, was kommen wird. Und endlich wird auch "Falling Apart" gespielt, der erste Song den ich von Zebrahead kannte. Als "Anthem" anschließend noch zum Besten gegeben wird, gibt es für mich auch kein Halten mehr: Die nächstbesten Schultern gepackt, hochgezerrt und ich werde auf Händen bis zur Security getragen.
Mit "The Set-Up" entlassen Zebrahead ihre Fans in die kühle Nacht. Als ich darauf noch kurz beim Merchandise-Stand vorbeischaue, trifft mich fast der Schlag: Zebrahead T-Shirts für schlanke 15€ und CD’s für jeweils 5!! Sowas habe ich bei einer Band, welche eine Halle mit einem Fassungsvermögen von gut 600 Leuten füllt, noch nie gesehen. Aber egal! Wenn ihr rein zufällig dieses Jahr aufs Hurricane- oder Southside-Festival gehen solltet: Schaut euch die Herren an! Ich werde es auf jeden Fall bei Rock am Ring tun. Hell Yeah!
Setlist:
Hell Yeah!
Two Wrongs Don't Make A Right, But Three Rights Make A Left
Death By Disco
Jag Off
Oops! I Did It Again (Britney Spears Cover)
Into You
Mike Dexter Is A God, Mike Dexter Is A Role Model, Mike Dexter Is An Asshole
Postcards From Hell
Just The Tip
Mental Health
Hello Tomorrow
Rescue Me
Playmate Of The Year
HMP
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The Juggernauts (feat. MC Lars)
Falling Apart
Anthem
The Set-Up