Dear Reader verschenken neuen Song - Album VÖ im September!
DEAR READER alias Cherilyn MacNeil veröffentlicht mit "IDEALISTIC ANIMAS" am 2. September 2011 ihr zweites Album, aus dem sie bereits jetzt HIER mit "MONKEY (You Can Go Home)" einen ersten, neuen Song als FREE MP3 verschenkt!
DEAR READER 2011, man möchte „Dark Reader" rufen. Ja, man ist fast geneigt zu sagen „Darth Reader", so groß ist das Reich der Düsternis, das sich hier lyrisch auftut. In mindestens zwei Songs geht die Welt unter. In einem treffen zwei ehemalige Liebende aufeinander und es entfaltet sich ein grauenhaftes Szenario. Es wird sich getrennt und verworfen, es wird alles hinterfragt und überdacht und das dauernd.
Das alles hier ist „Arthouse Pop" auf allerhöchstem Niveau. Und wenn man will, dann merkt man es nicht einmal. Obgleich: die Inhalte werden sehr direkt, sehr geradeheraus transportiert. Cherilyn MacNeil baut als einzige Sicherheit einen großen musikalischen Schutzwall auf und hofft, dass die Inhalte von der überbordenden Musik geheim gehalten werden. Was nicht gelingen will.
Wo aber kommt das alles her? Ist das vielleicht doch wieder ein weiteres Break-Up Album? Die Antwort ist ja. Aber der Break-Up ist ein gänzlich anderer: Dies ist das „Losing My Religion" Album der Cherilyn MacNeil.
Man stelle sich vor, sie ist die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens in extremer Religiosität groß geworden. Mit allem was daran gut und schlecht sein kann. Tief verwurzelt in christlichen Werten, aber eben auch 24 Stunden am Tag drangsaliert von der christlichen Moral-Keule, die permanent geschwungen wurde. Der Glaube gab aber auch Halt, Struktur, einen Platz im Leben und manche Dinge, die sogar hilfreich sein können beim Heranwachsen.
„I was a fanatic, a proper Jesus Freak", sagt Cherilyn MacNeil heute über diese Zeit, die vor ca. acht Jahren zu einem abrupten Ende kam. Wie Schuppen von den Augen sei es ihr damals gefallen, die Erkenntnis der völligen Unfreiheit. Doch auf die Befreiung folgt die Suche nach einer neuen, einer anderen Struktur. Solange der starke Glaube Halt geben konnte, war alles gut. Diese Suche, nach einem anderen, neuen Sinn, die bis heute anhält, dieses ständige Fragen, und Hinterfragen nach Sinn und Platz im Leben, das bricht sich auf diesem Album seine Bahn. Denn wenn man nicht mehr weiß, wo sein Platz im Leben ist, wenn man alles ständig und immer in Frage stellt, weil ein neuer Weg noch nicht klar voraus gezeichnet ist, dann ist das Glas gerne auch mal halb leer. Und es kommt immer wieder der Moment, da zu viele Fragen unbeantwortet bleiben, wo nur Decke-über-den-Kopf-ziehen hilft. Oder Popsongs schreiben, die keine sind.
Und dann kommt dabei ein Album wie „IDEALISTIC ANIMALS" heraus. Ein Album, das mit seiner musikalischen Fülle ganz selbstverständlich in die melodramatische Offensive geht. Niemals ohne Selbstzweifel. Alles andere sind Schutzbehauptungen. Ein großes, opulentes Kunstwerk.
Aufgenommen in Leipzig, abgemischt in Portland, Oregon. Wieder produziert mit Brent Knopf, dem ehemaligen Menomena Mitglied, der genau die gleichen Erfahrungen mit Religiosität hinter sich hat. Eingespielt von deutschen, südafrikanischen, nordirischen, schwedischen und amerikanischen Musikern, und einem waschechten Shapenotes Chor aus Oregon.