Laith Al-Deen

Kein Mann fĂĽr Sonnenbrillenmusik!

Vom: 25.03.2011

Weil wahre Coolness von innen kommt, konnte er schon immer entspannt auf die Hype-Ausstattung verzichten. Nichts überstürzen, auf keinen Fall faken und gerne erst mal Erfahrungen sammeln, damit die Basis stimmt: Das ist Laith Al-Deen. Nach einigen Jahren als Amateur in der Mannheimer Musikszene bekommt er mit 27 die Chance für ein eigenes Album und nutzt sie eindrucksvoll. Mit dem Debüt „Ich will nur wissen“, macht das Jahr 2000 die Musik zu seinem Beruf. Al-Deen singt, komponiert, textet und veröffentlicht mit den Freunden vom Songwriting- und Produzenten-Team ‚Schallbau’ Musik, die zu ihm passt: aufrichtig, neugierig und mit ganz viel Bodenhaftung. Das, was englisch Mainstream genannt wird, macht seinem Namen alle Ehre. „Bilder von Dir“ vom ersten Album wird ein Klassiker und „Melomanie“ in 2002 und das #1 Album „Für alle“ von 2004 sind bis heute Messlatte und Referenz für erfolgreiche und hochwertige deutschsprachige Popmusik.

Laith geht es immer um die Musik und nie um den Trend. Viel mehr als sein Image, interessiert ihn, ob seine Lieder Gehalt und Bestand haben und sobald ein Album fertig ist, denkt er nur noch ans Livespielen. Seine Konzerte dauern meistens über zwei Stunden, und wenn es regnet, spielt er sogar noch lieber. Weil dann eine ganz spezielle Magie zwischen Publikum und Künstler entsteht und es noch schneller keinen Unterschied mehr gibt, zwischen ‚unten’ und ‚oben’. Das „Live“-Album dokumentiert dann genau das: Liebe auf Augenhöhe. Überhaupt, die Liebe. Eigentlich alles, was in Laith Al-Deens Leben wichtig ist, hat mit ihr zu tun - sie prägt die Alben „Die Frage wie“ (2005) und „Die Liebe zum Detail“ (2007) und erst recht die Pause im Jahr dazwischen. Laith heiratet, hält inne und zieht schließlich, wieder aus Liebe, mit dem „Best Of“ und „Session“ Bilanz. Denn nach knapp einem Jahrzehnt und 4 Gold-Alben muss sogar das ‚Laith-Ding’ mal auf den Prüfstand. Wenn man liebt was man tut, ist es besonders wichtig, nicht zu selbstverständlich damit umzugehen. Und vor allem: Nichts faken.

Laith macht sich also auf den Weg. Es werden Archive durchwühlt, Experimente gemacht und alle möglichen Fragen gestellt. Bis zur Antwort dauert es 4 Jahre – nichts überstürzen – dafür ist sie aber umso entschlossener und heißt: „Der letzte Deiner Art“. Laith hat in sich hineingehört und festgestellt, dass er sich zwar neu finden musste, sich dazu aber nicht neu zu erfinden brauchte. Als das klar war, flogen ihm die Songs förmlich zu. Denn maximale Freiheit bedeutet, die Möglichkeiten auszuloten, seinen Stil zu erkennen und dann ganz bewusst zu den eigenen Stärken zurückzukehren. Das ‚Laith-Ding’ klingt heute überzeugter, lässiger und reifer denn je.

„Der letzte Deiner Art“ ist Al-Deen pur – aber mit mehr Uptempo und weniger Balladen, mit mehr Musik und weniger Strategie. Laith hat diesmal wenig aus der Hand gegeben und das komplette Album zusammen mit Kiko Masbaum produziert. Das war viel Arbeit, aber sie hat sich gelohnt, denn „Der letzte Deiner Art“ hat Tiefe, die eine neue Tragweite erreicht. Schon die erste Single, „Sicher sein“, kommt völlig ohne Schnickschnack und ‚Ich-kann-auch-anders-Faktor’ aus und man hört dem ganzen Album an, dass der Mann mit sich im Reinen ist: »Alles, was ich da singe, kenne ich, habe ich schon getan.«

„Der letzte Deiner Art“ ist gewollt persönlich und Laith erhebt das Thema ‚Fehler & Schwächen’ zum Motto, dem er nicht nur im Titeltrack ungeniert auf den Grund geht. Bei ihm haben die Fragen, die das Jahr 2011 stellt, wunderschöne Melodien und einen dramaturgischen Bogen, den die Songs 1, 7 und 13 beschreiben. Dass dies seine Glückszahlen sind und „Der letzte Deiner Art“ sein 7. Studio-Album, sind gute Omen – aber dass das neue Album so gelassen und ehrlich geworden ist, hat mit Glück überhaupt nichts zu tun. Höchstens mit Liebe.

VÖ: Single „Sicher sein“ 8. April 2011, Album: 6. Mai 2011

Quelle: Vollkontakt

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