Ein Erstling, der ordentlich durchschüttelt!
Lee Jay Cop sind eine Rock-Kapelle. Eigentlich hätten sie James Coburn heißen müssen. Aber der ist ja auch schon tot. Mit ihrer LP „Revolution Of The Dog“ legen sie einen ungestümen Erstling hin, der einen ordentlich durchschüttelt, auch wenn es mal langsamer zur Sache geht.
Fünf Nordlichter wollen die Welt erobern. Boss und Songwriter der Cops ist Christopher Been jr. Der „Schafhirte mit Abitur“ verbringt einige Jahre seiner Kindheit in Newcastle. Und lernt das Leben der britischen Working Class Heroes kennen. Noch als Piefke zieht es seine Familie nach Bad Marienberg. Auch da kann er richtig „im Dreck spielen“. Aber auch dort hält es ihn nicht lange und so landet er in Norddeutschland. Im verregneten Oldenburger Münsterland ist nicht viel los, außer Schule und frische Luft tanken. Christopher fängt an, Songs zu schreiben und sich nach Gesinnungsgenossen umzuschauen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn „diejenigen, die mit Instrumenten rumlaufen, sind meistens komisch“.
Auf seiner Suche findet er Johnny Sweden, der ist Schlagzeuger und rennt nicht mit
Instrumenten rum. Johnny kann nicht nur den Rhythmus halten und singen, es zieht ihn auch hinter das Pult und so fangen die beiden an, die ersten Songs zu produzieren. Johnny und Christopher gründen ein paar Bands und lösen diese schnell wieder auf. Trotzdem tauchen sie mit ihren Demos irgendwann in den Top Ten Charts des weltweit größten Oasis-Fanclubs auf.
Johnny wird immer besser am Pult und die Demos kursieren im Netz. Unzählige Konzerte quer durch Norddeutschland, darunter unter anderem mit Tomte, sind notwendige Blitzableiter und führen irgendwann auch nach Berlin. „Wir sind eine Live Band. Auf der Bühne stehen und alles um uns herum vergessen, das ist das, was wir wollen!“
90 Demos in der Tasche und die ungebrochene Lust, live aufzutreten, verlangen irgendwann ja auch einen Tonträger. Heraus kommt ein Album, das den Rahmen verlässt. Vom poppigen „Antonella“ bis zum durchgeknallten Hippie Albtraum „ADIDAS“ ist alles dabei, was Spannung erzeugt. Das ist verspielt und energetisch geladen. Das nimmt kein Blatt vor den Mund und kommt schnell auf den Punkt, im Falle vom Partyklopper „Monkey Shaker“ innerhalb von zweieinhalb Minuten.
Christopher Been Jr schaut genau hin. Scheinheiligkeit, mediale Verdummung, Lethargie oder auch Duckmäusertum sind ihm suspekt und machen ihn auch mal wütend. Aber mehr auch nicht. „We do it for Love“ ist ein Slogan der Band. Das das so ist, spürt man.
Hier sind fünf zornige, liebende junge Menschen am Werk, die den Status Quo nicht einfach hinnehmen. Die etwas bewegen. Die die „Revolution Of The Dog“ auf den Straßen sehen wollen. Und die nicht eher ruhen werden, bis sie sie haben...
Die „Revolution Of The Dog“ hat gerade erst begonnenÂ…